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9. Mrz 2010

Hoch hinaus

Der neue OpernTurm bereichert Frankfurts Skyline
Zoombild
Blick auf den Opernplatz
Das Gebäude besteht aus dem Turm und einem siebengeschossigen Podiumsbau. Dieser nimmt die Blockrandbebauung des 19. Jahrhunderts wieder auf. Korrespondierend zum Operngebäude wurde seine Fassade in gelbem Naturstein ausgeführt. Zweigeschossige Arkaden mit Läden und Restaurants geben dem derzeit verwaisten Platz seine Urbanität wieder, von einer Dachterrasse aus kann man den Blick auf den Opernplatz genießen. Dahinter erhebt sich der 170 Meter hohe OpernTurm.
Man betritt ihn entweder über die Galeria – einen glasüberdachten Einschnitt im Podiumsgebäude – oder über eine eindrucksvolle viergeschossige Eingangshalle auf seiner Südseite. Klassisch ist der Turm eingeteilt in einen Sockelbereich bis zum 4. Stock, einem Mittelteil mit Büronutzung und einen markanten Kopf mit einer Stadtloggia im 41. Stock, die weiten Ausblick über die City gewährt.
Zoombild
Ins Auge sticht die ausdrucksvolle Plastizität des gesamten Gebäudes. Den Architekten war es wichtig, sich von den glatten Hüllen der Bürotürme abzusetzen, die die Frankfurter Skyline dominieren. Deshalb fiel in Anlehnung an die Fassade der Oper die Entscheidung für einen hellen Kalkstein. Die Besonderheit der OpernTurm-Fassade ist, dass sie nicht vorgehängt, sondern tatsächlich über die gesamte Höhe des Turmes selbsttragend ist. In der sogenannten „tube in tube“-Konstruktion werden Erschließungskern und die äußere Hülle tragend ausgebildet. Im 40. Stockwerk sind sie aussteifend miteinander verbunden. Die aus der Konstruktion resultierende Tiefe der Natursteinfassade setzten die Architekten bewusst ein, um sie dreidimensional erlebbar zu machen. Die Fenster liegen tief in ihren Laibungen, was optisch durch die dunklen Profile und schmalen Lüftungsflügel aus Aluminium verstärkt wird. Die daraus resultierende Verschattung bewirkt etwa 20 Prozent Energieeinsparung. In der Mitte jeder Turmseite zieht sich in der Natursteinfassade ein etwa vier Meter breiter Einschnitt mit durchgehender Glaskonstruktion nach oben und gibt dem Gebäude schlankere Proportionen. Diese Einschnitte werden nach oben gestafelt immer tiefer und teilen den Turm ab dem 41. Geschoss in vier freistehende Türme. Hier endet auch die Struktur als kleinteilige Lochfassade: An den Stirnseiten im Süden und Norden bildet der Naturstein geschlossene Flächen. Daraus treten im 42. Obergeschossgroßfächige, neun Meter hohe Panoramafenster in einer vorgehängten Pfosten-Riegel-Konstruktion hervor. An West- und Ostseite setzt sich die Fassade in Form von Pfeilern nach oben fort. Die eigentliche Hülle ist eine Glasfassade aus riesigen Schiebetüren, die sechs Meter von den Natursteinpfeilern zurückversetzt ist. So entstehen überdachte Terrassen, die Stadtloggien.
Um die Plastizität der Natursteinfassade hervorzuheben, sollte das Glas des gesamten Gebäudes kaum wahrnehmbar sein, also einen hohen Weißanteil haben. Hier kamen die Vorzüge des verwendeten Isolierglases zum Tragen, das bei neutraler An- und Durchsicht effektiven Wärmeschutz bietet und mit zusätzlichen Funktionalitäten ausgerüstet werden kann. Sämtliche Fenster und Fassadengläser des Turmes, rund 12.000 Quadratmeter, wurden aus einem Sonnenschutzglas mit der High-Selective-Beschichtung HS 51 realisiert. Ab 120 Meter Höhe war insbesondere auf der Südseite wegen des Frankfurter Flughafens zusätzliche eine radardämpfende Ausrüstung der Gläser erforderlich. Für das Glasdach der Galeria wurden Isoliergläser aus Verbundsicherheitsglas in Kombination mit teilvorgespanntem Glas hergestellt. Um Überhitzung zu vermeiden, erhielten sie zusätzlich eine Sonnenschutzbeschichtung Sunguard Solar silver grey 32. Die 18 Meter hohe Glasfassade der Eingangslobby sollte ebenfalls optisch zurücktreten und wurde deshalb als vorgespannte Stahl-Glas-Konstruktion mit besonders schmalen Profilen von nur 10 mal 120 Millimetern ausgeführt. Entsprechend kam für die Isoliergläser extra clear in Kombination mit Verbundsicherheitsglas zum Einsatz. Zum Schutz vor Lärm wurden die Schaufenster zusätzlich akustisch ausgerüstet.
Zoombild
Opernturm Fassadenausschnitt
Die Natursteinfassade in Kombination mit der eingesetzten Hochleistungsverglasung trägt entscheidend dazu bei, dass der OpernTurm 23 Prozent weniger Energie verbrauchen wird, als von der Energieeinsparungsverordnung gefordert. Dafür erhält er auch als einer der ersten Bürohochhausbauten Europas die Gold-Zertifizierung nach dem US-Umweltstandard LEED.