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REHAU Gebäudetechnik > Verarbeitung

Verarbeitung

Allgemeine Hinweise
Das RAUPIANO PLUS Hausabflusssystem zeichnet sich durch hervorragende Schalldämmung und hohe Verlegefreundlichkeit aus.
Beim Einbau sind die detaillierten aktuellen Verlegehinweise von REHAU zu beachten.
RAUPIANO PLUS Montagehinweise
Zoombild
Einsatz von Doppelmuffen und Überschiebmuffen
Verarbeitung von Zuschnittlängen bzw. Reststücken
Die Verarbeitung von Zuschnittlängen bzw. Restlängen (Rohre mit glatten Enden) kann mit Hilfe von Doppelmuffen und Überschiebmuffen erfolgen.
Bei Verwendung der genannten Formstücke dürfen bei der Verlegung diese Rohre mit glatten Enden eine max. Baulänge von 3 m nicht überschreiten.
Sie sind entsprechend der Abbildung zu verlegen, die zur Sicherung des Dehnungsausgleichs eingehalten werden muss.
Nachträglicher Einbau von Formstücken
Der nachträgliche Einbau von Formstücken in eine bereits bestehende Rohrleitung ist mit zwei Überschiebmuffen möglich.
RAUPIANO PLUS Siphonwinkel mit Gumminippel
Anschluss von Ablaufgarnituren
Es gibt drei Möglichkeiten, Ablaufgarnituren (z. B. Geruchverschlüsse) an Abflussrohre oder Formstücke RAUPIANO PLUS anzuschließen: mit einem Anschlussstück RAUPIANO PLUS, mit dem Siphonwinkel RAUPIANO PLUS oder als direkter Anschluss an das Formstück durch Gumminippel mit Sickenwulst.
Anschluss von gusseisernen Rohren (GA)
Der Anschluss von RAUPIANO PLUS Rohren an Gussrohre und an andere Rohrwerkstoffe der Abwassertechnik erfolgt mit speziellen Anschlussstücken. Diese Anschlussstücke bestehen aus einer Elastomer-Dichtung, die mit zwei Edelstahl-Spannbändern auf den Rohrenden befestigt wird.
Flexibler Anschluss an Dachentlüfter
Der flexible Anschluss ermöglicht den Übergang von Dachentlüftern zu RAUPIANO PLUS Lüftungsleitungen einer Entwässerungsanlage. REHAU bietet den flexiblen Kombianschluss in den Nennweiten DN 75, DN 90 und DN 110 an.
Besondere Verlegesituationen
Verlegung von Leitungen in Installationsschächten
In Installationsschächten können die RAUPIANO PLUS Rohre und Formteile ohne zusätzliche Körperschalldämmung verlegt werden. Nur in besonderen Fällen (z.B. innenliegende Dachentwässerung) sind Wärme- und Schwitzwasserdämmungen erforderlich.
Wand- und Deckendurchführungen sind zur akustischen Entkopplung der Rohrleitungen mit handelsüblichen feuchtigkeitsgeschützten Körperschalldämmungen herzustellen.
Verlegung von Leitungen im Mauerwerk
Mauerschlitze so ausführen, dass eine spannungsfreie Verlegung der Rohrleitung erfolgen kann.
Für Maueraussparungen und -schlitze gilt DIN 1053.
Sofern Rohre ohne Verwendung eines Putzträgers (z.B. Ziegelrapitz, Streckmetall) oder einer Verkleidung unmittelbar eingeputzt werden, Rohre und Formstücke vorher mit nachgiebigen Stoffen, wie Mineral- und Glaswolle oder handelsüblichen Dämmschläuchen allseitig umgeben.
Bei Verwendung von Putzträgern ist der Schlitz z.B. mit Mineralwolle vorher zu schließen. Dadurch werden Schallbrücken zwischen Rohr und Mauerwerk bei Auftragung des Putzes vermieden. An Stellen, an denen durch äußere Einwirkung Temperaturen über 90 °C auftreten, sind die Rohre und Formstücke vor Temperatureinwirkung zu schützen.
Verlegung von Leitungen in Beton, statische Verhältnisse
Im Falle des Einbetonierens wird empfohlen, die Rohrleitungen durch Verwendung von handelsüblichen feuchtigkeitsgeschützten Körperschalldämmungen mit einer Mindestdämmstärke von 4 mm vom Baukörper akustisch zu entkoppeln. Dennoch ist mit einer Einschränkung der schalldämmenden Wirkung zu rechnen.
Die thermisch bedingte Längenänderung der Rohre ist zu berücksichtigen. Die Leitungsteile sind so zu befestigen, dass eine Lageänderung beim Betonieren verhindert wird. Der Muffenspalt ist mit Klebestreifen abzudichten, damit kein Mörtel eindringen kann.
Das Betongewicht darf nicht über die Rohrleitungen abgefangen werden. Entsprechend den Regeln der Technik sind Vorkehrungen zur Lastableitung zu treffen, z.B. Abstandshalter bei Bewehrungsstählen, Tragkästen (Blechabkantungen), Konsolen usw.
Verlegung über abgehängten Decken
Die Verlegung über abgehängte Decken erfordert aufgrund der besonderen Installation zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung eines hohen Schallschutzes.
Diese Maßnahmen müssen nach VOB Teil C, DIN 18380 / DIN 18381 als besondere Leistung ausgeschrieben werden.
Die Dämmung kann mit akustisch wirksamen Rohrschalen erfolgen (z.B. Kombination von offenporigem Schaumstoff oder Mineralfasermatten mit einer Dicke von etwa 30 mm und speziellen Schwerfolien).
Da es sich jedoch meist um komplexe Deckensysteme handelt, sind die Verlegehinweise des Deckenherstellers hinsichtlich Schallschutz zu erfragen.
Deckendurchführungen
Diese sind feuchtigkeitsdicht und schalldämmend herzustellen. Sofern auf Fußböden Gussasphalt aufgebracht wird, müssen freiliegende Rohrleitungsteile durch Deckenfutter, Schutzrohre oder durch Umwickeln mit wärmedämmenden Stoffen geschützt werden.
Verlegung als innenliegende Regenfallleitung
Hier besteht die Gefahr der Schwitzwasserbildung. Im Gebäude sind alle Rohrleitungsstrecken, an denen mit Schwitzwasserbildung zu rechnen ist, mit diffusionsdichten Dämmstoffen zu versehen.
Auf eine Dämmung der Sammelleitungen im Keller kann verzichtet werden, wenn die Gefahr der Schwitzwasserbildung nicht mehr besteht. In der Regel ist dies bei freiverlegten Regenfallleitungen in unbeheizten Kellerräumen der Fall, wenn ein Temperaturausgleich in der Fallleitung stattgefunden hat.
Als Schwitzwasserdämmung werden geschlossenzellige Materialien mit hohen Wasserdampfwiderstand empfohlen. Sofern offenzellige oder faserige Dämmstoffe verwendet werden, müssen diese eine fest mit dem Dämmstoff verbundene feuchtigkeitsundurchlässige Außenhaut besitzen.
Um ein Auseinandergleiten der innenliegenden Regenfallleitung zu verhindern, ist eine Sicherungsschelle am Rohr im direkten Kontakt unterhalb der Stützschelle anzubringen.
Allgemeine Hinweise
Entscheidend für die Erreichung der gesetzten Schallschutzziele ist eine sorgfältige und fachgerechte Befestigung der Abflussleitungen.
Es sind die detaillierten aktuellen Hinweise von REHAU zu beachten.
RAUPIANO PLUS Hinweise zur Befestigung
Befestigung des Rohrleitungssystems
Die Art der Befestigung hat wesentlichen Einfluss auf die Schallübertragung. Das Befestigungssystem von RAUPIANO PLUS ist bezüglich reduzierter Schallübertragung optimiert.
Bei der Montage sind deshalb nur die von REHAU angebotenen Rohrbefestigungen, bestehend aus körperschalldämmender Stützbefestigung und Führungsschelle (für Fallleitungen) bzw. Fest- und Führungsschelle (für waagerechte Rohrleitungen) zu verwenden.
RAUPIANO PLUS Abwasserleitungen müssen spannungsfrei verlegt werden.
In der Regel ist eine körperschalldämmende Stützbefestigung pro Stockwerk ausreichend.
Fallleitungen
RAUPIANO PLUS Fallleitungen werden entsprechend der Abbildung installiert.
Die körperschalldämmende Stützbefestigung besteht aus Stütz- und Fixierschelle. Die Fixierschelle wird um das Rohr gelegt und fest angezogen, die Stützschelle wird am Mauerwerk montiert. Nach Installation liegt die Fixierschelle vollflächig auf der Stützschelle auf, wodurch eine optimale Schallentkopplung erreicht wird.
Der Bereich zwischen Abzweig und Decke innerhalb eines Wohngeschosses wird mit einer Baulänge überbrückt.
Im Geschoss oberhalb der Sammelleitung wird die körperschalldämmende Stützbefestigung unter der Rohrmuffe installiert, die direkt unterhalb der Geschossdecke angeordnet wird.
Der Deckendurchtritt erfolgt mit einer Kurzbaulänge.
Die Führungsschelle wird nach ca. 2/3 der Baulänge montiert. In jedem weiteren darüber liegenden Geschoss erfolgt der Deckendurchtritt direkt mit der benötigten Baulänge. Die körperschalldämmende Stützbefestigung wird hier ebenfalls unterhalb der Decke befestigt, die Führungsschelle wird nach ca. 2/3 der verbleibenden Baulänge installiert. Eine Befestigung unterhalb der Muffe ist nicht notwendig.
Zoombild
Installationsschema der RAUPIANO PLUS Rohre, Fallleitung
1 Fixierschelle
2 Stützschelle
3 Führungsschelle
4 Sicherungsschelle
5 Festschelle
6 RAUPIANO PLUS Kurzlängen (BL ≤ 500 mm)
BL Baulänge
da Rohr-Außendurchmesser
Die Führungsschelle gestattet auch im eingebauten Zustand eine freie Längsbeweglichkeit der Rohrleitung. Der Geschossabzweig bzw. Deckendurchtritt mit Hilfe eines Kurzrohres (BL ≤ 0,5 m) bedarf keiner weiteren Befestigung. Alternativ können für den Deckendurchtritt in den Geschossen auch Kurzrohre verwendet werden. Zur Sicherung der Fallleitung gegen Auseinandergleiten ist bei Einfamilienhäusern im Obergeschoss sowie bei Mehrfamilienhäusern in jedem 3. Geschoss direkt unterhalb der körperschalldämmenden Stützbefestigung eine Sicherungsschelle (Festschelle) anzubringen. Diese ist nicht am Mauerwerk zu befestigen, sondern nur fest am Rohr zu installieren.
Übergang in die Sammelleitung
Der Übergang von der Fallleitung in die Sammelleitung ist mit 2 x 45°-Bögen und Beruhigungsstrecke (RAUPIANO PLUS Rohr BL = 250 mm) auszuführen.
Zur Minimierung des Deckenabstandes kann die Muffe des oberen Bogens in den Deckenbereich eingebunden werden. Hierzu wird der Deckendurchbruch der Rohrführung angepasst. Sofern Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind (z.B. Brandmanschette) ist mittels eines Kurzrohres die für die Montage der Manschette notwendige Rohrlänge unterhalb der Decke von ca. 110 mm zuzüglich Einstecktiefe im 45°-Bogen sicherzustellen (alternativ Winkelbrandmanschette).
Zoombild
Stützschelle montiert, geöffnet
Zoombild
Stützschelle schließen
Zoombild
Nach Installation liegt die Fixierschelle vollflächig auf der Stützschelle auf. So wird eine optimale Schallentkopplung erreicht.
Zoombild
Installationsschema waagerechte Rohrleitung (1 Festschelle / 2 Führungsschelle)
Befestigung waagerechter Leitungen
Bei liegenden Leitungen (BL der verwendeten Rohre ≤ 10 d) sind Festschellen unmittelbar neben der Rohrmuffe im Abstand von max. 10 d anzubringen.
Beim Einbau von größeren Baulängen (> 10 d) sind zusätzlich Führungsschellen anzubringen. Der Rohrschellenabstand (Fest- und Führungsschellen) darf bei waagerechter Verlegung > 10 d nicht überschreiten.
Körperschalldämmende Stützbefestigungen sind bei liegender Leitung nicht notwendig.
Kurze Rohre und Formteile
Sofern Leitungsabschnitte mit Formstücken oder kurzen Rohren gebildet werden, ist das Auseinandergleiten z.B. durch Festschellen zu verhindern. Muffenstopfen sind gegen Herausschieben zu sichern.
Brandschutz
Das Brandverhalten von RAUPIANO PLUS entspricht der Baustoffklasse B 2 (normal entflammbar) nach DIN 4102, Teil 1.
In Verbindung mit haustechnischen Leitungen sind Brandschutzmaßnahmen immer dann erforderlich, wenn feuerwiderstandsfähige, raumabschließende Wände und Decken (z. B. Brandwände, feuerbeständige Decken und Wände) von Leitungen durchdrungen werden (Abschottungsprinzip).
Dieses Abschottungsprinzip darf nicht gefährdet werden. Deshalb sind Schutzmaßnahmen mit mindestens der gleichen Feuerwiderstandsdauer nötig. Allein die Verwendung von schwer entflammbaren Leitungen (Baustoffklasse B1) oder nicht brennbaren Leitungen (z.B. Guss, Brandübertragung durch Wärmeleitung) erfüllt noch nicht die Brandschutzanforderungen.
Die REHAU Brandmanschetten für RAUPIANO PLUS werden bei einseitiger Brandbeanspruchung hermetisch abgeschlossen und verhindern somit das Durchschlagen von Rauch und Feuer durch feuerwiderstandsfähige, raumabschließende Wände und Decken.
Beim Einbau der REHAU Brandmanschetten sind die Vorgaben der bauaufsichtlichen Zulassungen unbedingt einzuhalten.
Bei Deckendurchführungen ist eine Manschette unterhalb der Decke zu installieren. Dagegen müssen bei Wanddurchführungen zwei Manschetten (beidseitig der Wand) angeordnet werden.
Es werden folgende REHAU Brandmanschetten angeboten:
Brandmanschette REHAU PLUS
-
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Nr. Z-19.17-1662,
zugelassen für RAUPIANO PLUS Hausabflussrohre
-
für den Einbau in die Decke/Wand oder die Aufbaumontage unter der Decke/an der Wand
REHAU Brandmanschette Kompakt
-
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Nr. Z-19.17-1363,
zugelassen für RAUPIANO PLUS und HT Hausabflussrohre
-
für die Aufbaumontage unter der Decke/an der Wand
Winkelbrandmanschette System REHAU
-
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Nr. Z-19.17-1268,
zugelassen für RAUPIANO PLUS Hausabflussrohre
-
für die Aufbaumontage unter der Decke, geeignet für beengte Platzverhältnisse, auch für schräg aus der Decke austretende Fallleitungen
Für RAUPIANO PLUS Hausabflussrohre dürfen nur die von REHAU angebotenen Brandmanschetten verwendet werden.
Bei der Planung und Montage der Brandmanschetten sind die Anforderungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und die Vorgaben der Montageanleitungen unbedingt einzuhalten.
Desweiteren sind die bauaufsichtlichen Vorschriften (Bauordnungen der Länder) sowie Vorgaben der örtlichen Baubehörden zu beachten (siehe auch DIN 4102, Teil 4 und 11).
Es empfiehlt sich in jedem Fall eine Abstimmung mit der zuständigen Baubehörde, um den landesspezifischen Anforderungen gerecht zu werden.
Zoombild
Brandmanschette Deckeneinbau
Zoombild
Brandmanschette Deckenanbau
Zoombild
Brandmanschette Wandanbau
Zoombild
Winkelbrandmanschette (nur für den Deckenanbau)
Allgemeine Hinweise
RAUPIANO PLUS ist für die Verlegung im Erdreich geeignet. Eine Verlegung ist innerhalb und außerhalb der Gebäudestruktur zulässig. Die Verlegung erfolgt nach statischen Erfordernissen.
Zur Verlegung sind geltende Normen zu beachten, insbesondere DIN EN 1610. Diese Norm beschreibt die Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und Kanälen, die üblicherweise erdverlegt sind und unter Freispiegelbedingungen betrieben werden.
Ausführliche Informationen zur Erdverlegung von RAUPIANO PLUS:
RAUPIANO PLUS Hinweise zur Erdverlegung


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